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Neuerscheinungen

Buchcover: SIGNA IVRIS Band 16 – Beiträge zur Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde

Andreas Deutsch | Gernot Kocher |
Heiner Lück | Clausdieter Schott

SIGNA IVRIS
Beiträge zur Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde

Hardcover, 348 Seiten
ISBN 978-3-941226-49-4
89,00 €


Zum Inhalt

VORWORT

Mit dem vorliegenden Band erfährt der Kreis der Herausgeber mit Prof. Dr.Andreas Deutsch eine Erweiterung. Deutsch ist Leiter der Forschungsstelle Deutsches Rechtswörterbuch an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Honorarprofessor der Juristischen Fakultät Heidelberg. Er ist durch zahlreiche einschlägige Publikationen bestens ausgewiesen und ein Gewinn für die Herausgeberschaft. »SIGNA IVRIS« ist eine Reihe und kein Periodicum, sodass das Erscheinen der einzelnen Bände sich nach dem Vorrat an geeigneten Manuskripten richtet. Der vorliegende Band enthält zwölf Beiträge mit verschiedenen Schwerpunkten.

Zum Forschungsgegenstand und Selbstverständnis der Rechtlichen Volkskunde äußern sich Konrad Köstlin »Karls-S. Kramer und seine Rechtliche Volkskunde« sowie Michele Luminati »Die Rechtliche Volkskunde: Eine Disziplin mit Zukunft?«. Ein sozialgeschichtliches Thema behandelt Dominik Gerd Sieber mit dem Thema »Das unehrliche Begräbnis im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit«. In die Innerschweiz führt der Beitrag von Angelo Garovi »Das Weisse Buch von Sarnen: Kanzleibuch und Chronik – mit der Tellsgeschichte«. Eingebettet in die Regionalgeschichte wird die heroische Legende von Tell als Rezeption dänischer Historiographie und deren Nachhall in der Weltliteratur dargestellt.

Das klassische Feld der Rechtsarchäologie beschlägt der Beitrag von Gisela Wilbertz »Das Schwert des Scharfrichters Hans Prum in der Dresdner Rüstkammer«. Prum war Scharfrichter in Utrecht und amtierte 1619 bei der Enthauptung des Johan van Barnevelt in Den Hag. Das über verschlungene Wege nach Dresden gelangte Richtschwert könnte bei dieser Enthauptung zum Einsatz gekommen sein. Der Rechtsarchäologie, aber nicht nur dieser, lassen sich die bilderreichen Ausführungen von Barbara Dölemeyer zuordnen: »Was hat der Narr am Rathaus zu suchen? – Abweisezeichen und Zigeunertafeln zur Abwehr unerwünschter Besucher«. Ebenfalls Rechtsarchäologie, Symbolik, Volkskunde und Ikonographie übergreifend behandelt Gernot Kocher »Die Kette im Recht – eine Funktionsanalyse«.

Die meisten Abhandlungen betreffen in Text und Bild rechtsikonographische Themen. Andreas Deutschs Beitrag »Das Rottweiler Hofgericht im Spiegel seiner bildlichen Darstellungen« zeichnet die Geschichte dieses überregionalen Kaiserlichen Gerichts nach und präsentiert dessen ikonographische Hinterlassenschaft. »Das Schiff als Rechtssymbol für Staat, Reich Stadtregiment und Kirche« ist die weitgespannte Thematik, der sich die Studie von Wolfgang Sellert widmet. Wie sich bei grundsätzlich gleichbleibendem Text die Optik bezüglich der Autorität ändern kann, zeigt anhand von Drucken der Engelberger Klosterbibliothek Rolf De Kegels Untersuchung »Von Gratians Schreibstube zum päpstlichen Konsistorium«. Ein bislang weitgehend unerforschtes Gebiet nimmt sich Dieter Pötschke mit dem Thema »›Graffiti‹ in mittelalterlichen Handschriften« vor. Es handelt sich dabei um nachträgliche Illustrationen seriöser und unseriöser Art, für welche Pötschke eine erste Gruppierung versucht. In einem Brückenschlag von der Antike bis in die Moderne verfolgt Luise Jachmann in ihrem Aufsatz »›Das Europa? – die Europa‹ – Die Allegorese des Europabegriffs von der Antike bis zur Gegenwart« die bildlichen Spuren des Themas und ergänzt diese durch entsprechende nationale Phänomene.

Die überwiegende Zahl der Beiträge ist aus Referaten von Tagungen hervorgegangen. Es sind dies die Tagungen der »Internationalen Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde« vom 6. bis 8. Mai 2016 in Bruck an der Mur (Referate Köstlin, Kocher), vom 26. bis 28. Mai 2017 in Rottenburg am Neckar (Referate Garovi, Sieber), vom 11. bis 13. Mai 2018 in Engelberg, Kanton Obwalden (Referate Luminati, De Kegel), ferner die »Internationale Rechtsikonographie-Konferenz« am 22./23. Juni 2017 in Zürich (Referate Deutsch, Dölemeyer, Sellert, Pötschke). Der Beitrag von Luise Jachmann war Gegenstand eines Referats im Rahmen eines Seminars an der Universität Halle-Wittenberg im Jahre 2015.

Die Reihe ist für die Druckkosten auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wie schon in der Vergangenheit wurde auch für diesen Band von ungenannt bleibender Seite Beihilfe geleistet. Für Druckkostenzuschüsse sei insbesondere der Stiftung für Volkskundeforschung in der Schweiz sowie Herrn Prof. Dr. Andreas Thier, Lehrstuhl für Rechtsgeschichte an der Universität Zürich, gedankt.

Graz / Halle a. d. Saale / Heidelberg / Zumikon im November 2018

 

 

 

Buchcover: Die IHK-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 2017

Winfried Kluth (Hrsg.)
Sonderband

Die IHK-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
vom 12. Juli 2017

Hardcover im Schutzumschlag
255 Seiten
ISBN 978-3-941226-46-3
108,00 €


Zum Inhalt

Mit seiner Entscheidung vom 12. Juli 2017 zur Frage der Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft in den Industrie- und Handelskammern hat das Bundesverfassungs-gericht eine seit mehreren Jahren im Rahmen von Gerichtsverfahren sowie wissenschaftlichen und politischen Debatten geführte Kontroverse rechts-förmlich beendet. Das Buch liefert eine Analyse der Entscheidung und zeigt auf, wo die Entschei-dung den bisherigen Rechtsprechungslinien folgt, wo sie diese vertieft und wo sie einen Schritt weiter geht. Nach einer allgemeinen Einordnung zentraler Einzelfragen folgt eine vertiefende Analyse. Zudem werden die Leitentscheidungen sowohl des Bundesverfassungsgerichts als auch des Bundesverwaltungsgerichts dokumentiert, um in der Praxis die Arbeit mit diesen wichtigen Quellen zu erleichtern.